Südtirols Arbeitswelt im Hitzestress: Prävention bleibt der Realität hinterher10 / 10 / 2026 | Robert
Extreme Sommerhitze belastet besonders Landwirtschaft und Bau, doch Schulungen und Arbeitszeitmodelle hinken bei der Gefahrenabwehr
Der Sommer 2026 brachte in Südtirol an 27 Tagen Temperaturen über 35 °C, mit Höchstwerten von 38,9 °C. Für Beschäftigte in Landwirtschaft und Baugewerbe bedeutete das mehr als nur ein unangenehmes Wetterphänomen – es wurde zur täglichen Belastungsquelle. Das AFI‑Barometer zeigt, dass jede dritte Arbeitskraft ihr Wohlbefinden stark eingeschränkt sieht, insbesondere auf dem Arbeitsweg.
Die Umfrage verdeutlicht, dass Outdoor‑Arbeiter besonders leiden: 56 % geben an, durch die Hitze stark beeinträchtigt zu sein, während im Innenbereich nur 22 % ähnliche Angaben machten. In der Landwirtschaft spüren 81 % die Hitze am Arbeitsplatz, 69 % berichten von Produktivitätsverlusten und 60 % von erhöhtem Unfallrisiko. Das Baugewerbe liegt mit rund 51 % ebenfalls deutlich über dem Gesamtdurchschnitt.
Arbeitgeber reagierten mit kostenlosen Wasserflaschen (77 %), verlängerten Pausen (73 %) und temporären Kühlzonen, doch die Umsetzung bleibt uneinheitlich. Während das verarbeitende Gewerbe 70 % dauerhafte Maßnahmen einführte, fehlt in der Landwirtschaft jede dritte Firma jegliche Zusatzmaßnahmen. Der AFI‑Direktor Stefan Perini warnt, dass fehlende Schulungen und unzureichende Arbeitszeitmodelle die Gefahr von Hitzeschäden und Unfällen weiter erhöhen.
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