Grünbrücke am Kniepass: Mehr Sicherheit für Wildtiere und Verkehr16 / 10 / 2026 | Robert
Die neue Naturschutzmaßnahme verbindet Waldgebiete, reduziert Wildunfälle und stärkt die ökologische Vernetzung im Pustertal nachhaltig.
Am 15. Oktober hat die Landeskommission für Raum und Landschaft in Bozen das grüne Licht für die erste Grünbrücke Südtirols gegeben. Das Projekt am Kniepass, einem wichtigen Wildtierkorridor, soll die häufigen Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Wildtieren auf der Staatsstraße SS 49 verringern. Bürgermeister Martin Ausserdorfer betont, dass jährlich zahlreiche Unfälle gemeldet werden und die neue Infrastruktur die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen wird.
Die Brücke wird von einem breiten Naturkorridor und einer Ruhezone umgeben, die die angrenzenden Waldflächen langfristig verbinden. Im Rahmen der Planungsänderung werden landwirtschaftliche Flächen in Wald umgewandelt, um Sträucher und kleinwüchsige Bäume als zusätzliche Leitungen für kleinere Arten zu schaffen. Durch diese Maßnahmen soll nicht nur der Wildtierdurchschlag erleichtert, sondern auch die ökologische Vernetzung im Pustertal nachhaltig gestärkt werden.
Peter Brunner, Landesrat für Umwelt‑, Natur‑ und Klimaschutz, sieht in der Landschaftsplanänderung ein wichtiges Signal für die Umsetzung. Konrad Stockner vom Landesamt betont, dass eine funktionierende Grünbrücke mehr als nur eine sichere Überquerung erfordere – die umliegenden Lebensräume müsse dauerhaft erhalten und vernetzt werden. Mit dem positiven Gutachten kann nun die konkrete Bauphase beginnen, sodass die Region bald von weniger Wildunfällen und einer verbesserten Artenvielfalt profitieren wird.
Die Gemeinde St. Lorenzen plant zudem Informationskampagnen für Autofahrer, um das Bewusstsein für die neue Querungsmöglichkeit zu schärfen. Langfristig soll das Modell als Vorbild für weitere Alpenregionen dienen.
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