Südtirols Böden: riesiger Kohlenstoffspeicher für Klimaschutz und Landwirtschaft26 / 08 / 2026
Ein neues Inventar zeigt, dass 17,9 Millionen Tonnen Kohlenstoff in Agrarböden gespeichert sind – ein Schatz für Politik.
Ein Forschungsteam von Eurac Research, der unibz und der Universität Innsbruck hat ein flächendeckendes Kohlenstoff‑Inventar für Südtirols landwirtschaftliche Böden erstellt. Die Analyse von über 16 000 Bodenproben ergibt, dass die Böden des Landes rund 17,9 Millionen Tonnen Kohlenstoff binden – das entspricht etwa 65 Millionen Tonnen CO₂, die über 22 Jahre freigesetzt würden.
Die Studie verdeutlicht, dass mehr als 90 % des gespeicherten Kohlenstoffs in extensiv bewirtschafteten Grünlandökosystemen liegt, während Ackerflächen bis zu 50 % weniger pro Hektar speichern. Mithilfe künstlicher Intelligenz entstand eine Kohlenstoffkarte mit 30‑Meter‑Auflösung, die Landwirten und Planern eine präzise Grundlage liefert.
Doch der Kohlenstoffhaushalt ist fragil: Wärmere Temperaturen aktivieren Mikroorganismen, die Humus zersetzen, und die Umwandlung von Grünland in Maisfelder führt zu erheblichen Verlusten. Georg Niedrist von Eurac warnt, dass bereits jetzt Teile der einst tiefschwarzen Almböden an Kohlenstoff einbüßen.
Die Ergebnisse bilden ein Fundament für klimapolitische Entscheidungen und ermöglichen ein langfristiges Monitoring über die Forschungsplattform Zenodo. Mit diesem Wissen können Landwirte ihre Bewirtschaftungsstrategien anpassen, um die Böden als dauerhafte Kohlenstoffspeicher zu erhalten und aktiv zum Klimaschutz beizutragen.
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